02.03.2010

Behinderte Menschen zeigen viel Kreativität - Im Kreishaus in Montabaur sind rund hundert ausdrucksstarke Bilder zu sehen

Oft wird bei behinderten Menschen nur auf ihr Handicap geachtet.- Ihre Talente und ihre Leistungsfähigkeit kommen kaum zum Vorschein. Ein anderes Bild zeichnet die Ausstellung im Kreishaus

WZ.: Montabaur. Ihrer Vorstellung vom Glück verleihen behinderte Menschen malerisch Ausdruck - farbenprächtig, in verschiedenen Techniken wie Öl, Wachs, Aquarell, Bleistift und Radierung. Blumen gehören zu ihrem weiten Spektrum ebenso wie Landschaftsbilder und auch eine Arche Noah mit allerlei Getier. Es ist die erste Station der sehenswerten Ausstellung, und anzuschauen sind die rund hundert Werke nun bis zum 16. April im Foyer des Kreishauses in Montabaur. Menschen mit Behinderungen aus ganz Rheinland-Pfalz haben sie angefertigt.
Zusammengestellt wurde die Präsentation vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung. Bereits zum neunundzwanzigsten Mal hatte die Behörde zu diesem besonderen Wettbewerb aufgerufen, ein neues Thema gibt es jedes Mal. Mehr als tausend Gemälde sandten die Künstler im Jahr 2009 ein. Eine Jury aus Grafikern, Malern und Galeristen wählte die besten Beiträge aus. Dreizehn davon finden sich in einem Kalender für das Jahr 2010 wieder. Er ist in einer Auflage von mehr als 20000 erschienen, die kostenlos verteilt werden. Weitere mehr als hundert Gemälde werden dann zu einer Ausstellung zusammengefasst und auf Reise quer durch Deutschland geschickt.
Zur Eröffnung in Montabaur kamen auch einige der Künstler. Kathrin Bischoff aus Bad Marienberg gehört dazu. Seit 2008 ist sie dabei; einen Marienkäfer als Aquarell hat sie gemalt. Vom Haus Alexander in Bad Neuenahr, wo psychisch Kranke betreut werden, waren mit ihrer Lehrerin Ellen Klimaschewski-Auen gleich mehrere Personen angereist, deren Werke in der Schau gezeigt werden. Sieben ihrer bis zu zehn Schüler haben sich an dem Wettbewerb beteiligt. Fünf von ihnen kamen in die Bestenauswahl, manche nicht zum ersten Mal. "Wir sind dabei, weil es Spass macht!"


01.03.2010

Passgenaue Arbeit hilft psychisch Kranken - "Forum Soziale Gerechtigkeit" erarbeitet zwanzig Handlungsempfehlungen

Arbeit ist gut für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Doch sie muss passgenau sein. Was sich dahinter verbirgt, wurde in Montabaur diskutiert.

WZ.: Westerwaldkreis. Sowohl Arbeit als auch Arbeitslosigkeit können krank machen, auch psychisch krank. Aber gute Arbeit kann auch zur Gesundung beitragen. Weil dies so ist, setzt sich das "Forum soziale Gerechtigkeit" für mehr passgenaue Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten für diesen Personenkreis im Westerwald ein. Bei einem Treffen im Cafe "Vogelhaus" in Montabaur wurden nun zwanzig Handlungsempfehlungen erarbeitet, für deren Umsetzung in den zuständigen Gremien und Organisationengeworben werden soll.
Kamen bei einem ersten Fachgespräch zum Thema überwiegend Experten zu Wort, so waren es diesmal vor allem Betroffene und Angehörige von Psychiatrieerfahrenen, aber auch einzelne Vertreter von Einrichtungen und Kommunalpolitiker, die sich für das Wohl der Kranken aus ihrer Region einsetzen wollen. Sie erlebten ein sehr intensives und zielgerichtetes Gespräch über das, was im Westerwaldkreis nach ihrer Ansicht notwendig ist, um die Situation der Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt weiter zu verbessern.
Forumsprecher Uli Schmidt stellte bei der Begrüßung seine Vision für die psychisch kranken Menschen vor:"Ich stehe morgens auf, geh' zur Arbeit, und am Ende des Monats hab' ich soviel Geld verdient, dass ich davon leben kann." Durch die heute schon möglichen Ausgleichszahlungen für die Arbeitgeber keine ferne Vision, so Schmidt.
Bei allen Schritten und weitergehenden Forderungen wird davon ausgegangen, dass nur passgenaue Arbeitsplätze auch zum Erfolg führen. Entscheidend sind die Schwere der Behinderung und die fachliche und körperliche Leistungsfähigkeit. Gefordert werden verbesserte Möglichkeiten für Praktika und Arbeitserprobungen in Firmen des allgemeinen Arbeitsmarkts. Voraussetzung dafür ist eine erhöhte Bereitschaft der Unternehmen zur Beschäftigung behinderter Menschen. Von Arbeitsagentur und Jobcenter werden gezielte Angebote für diesen Personenkreis erwartet; auch die Schaffung von Zuverdienstprojekten als niedrigschwelliges Angebot, aber auch weitere Integrationsfirmen sind sinnvoll.
Die Ausweitung der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)wird als nicht zielführend angesehen, doch gilt dies weniger für Aussenarbeitsplätze in normalen Betrieben. Vor allem die Übergänge von der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt müssen verbessert werden. Erwartet wird, dass das Thema bei der Psychiatrieplanung des Kreises und in der Psychiatriekonferenz auf Kreisebene mehr Gewicht bekommt.
Wichtig ist auch eine Verbesserung der regionalen Organisationsstrukturen der Hilfeangebote für Psychiatrieerfahrene im Westerwald. Angeregt wurde auch, ähnlich den "Ausbildungspaten" ein vergleichbares Modell für psychisch Kranke zu entwickeln, um diese bei der Suche nach Arbeit zu unterstützen. Damit sind die Betroffenen und ihre Angehörigen leider oft überfordert. Daneben sollen die gesetzlich festgelegten "Persönlichen Budgets" für behinderte Menschen genutzt werden, um ihnen mehr Entscheidungsfreiheit über ihre Lebens- und Wohnsituation zu ermöglichen. Diese und viele weitere Handlungsempfehlungen will das Forum nun in den Kreisgremien zur Sprache bringen.


27.02.2010

AWO-Gemeindepsychiatrie informiert über Angebote

RZ Altenkirchen-Sieg.: Kreisgebiet.
Die Selbsthilfegruppe für Angehörige von psychisch Kranken veranstaltet am Dienstag, 2. März, einen offenen und kostenlosen Vortragsabend. Die AWO-Gemeindepsychiatrie in Bad Marienberg, die unter anderem Wohngruppen und Arbeitsmöglichkeiten für psychisch Erkrankte anbietet, stellt zwischen 18 und 20 Uhr ihre Arbeit vor. Eingeladen sind Betroffene, Angehörige sowie Interessierte. Der Versammlungsort wird bei Anmeldung bekannt gegeben. Die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe, Karin Greis, nimmt die Anmeldungen entgegen unter der 02681 / 5133 .


24.02.2010

Aktion Mensch hilft beim Kauf neuer Autos

Zwei Einrichtungen erhalten einen Zuschuss

WZ.: Hachenburg / Bad Marienberg. Dank finanzieller Hilfe der Aktion Mensch konnten jetzt das "Haus für Jugend- und Familienhilfe" (HaJuFa) in Hachenburg und die AWO-Gemeindepsychiatrie in Bad Marienberg jeweils ein neues Fahrzeug in Dienst stellen. (...)
Der ambulante überregionale Integrationsbetrieb der gemeinnützigen AWO-Gemeindepsychiatrie in Bad Marienberg betreut vierundzwanzig psychisch erkrankte Menschen in den drei Landkreisen Altenkirchen, Westerwald und Rhein-Lahn, die in zwölf Dorf- und Stadtläden Beschäftigung finden.
Es handelt sich um Tagesstättenbesucher und stationär betreute Bewohner der AWO-Gemeindepsychiatrie.
Eine optimale Betreeuung ist wegen der Beeinträchtigungen der Klienten unerlässlich. Durch den Einsatz des neuen PKW (Ford Fiesta, gefördert mit 9200 Euro) kann die Betreuung täglich in jedem der Läden angeboten werden, und es finden zudem regelmäßige Vor-Ort-Gespräche statt. Damit soll die Integration der behinderten Arbeitnehmer auf den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Aufgrund des Betreuungsbedarfs und des großen Einsatzgebiets in den drei Landkreisen ist die Betreuung mit vielen Fahrten und einem hohen Zeitaufwand verbunden.

Fragen zur AWO-Gemeindepsychiatrie?
Tel.: 02661 / 983605


08.02.2010

Hilfe bei Integration - Dienst für Behinderte

RZ.: Kreis Neuwied. Menschen mit Behinderung können im Job genau so gut sein wie Menschen ohne Behinderung. Es braucht nur ein Umfeld, das den vorhandenen Fähigkeiten zum Durchbruch verhilft. Dabei unterstützt das Beratungs- und Betreuungsangebot des Integrationsfachdienstes (IFD) der AWO-Gemeindepsychiatrie gemeinnützige GmbH in Neuwied.

Dieses Angebot besteht seit mehr als zehn Jahren zusammen mit dem IFD der Caritas Betzdorf und der Heinrich-Haus gGmbH Neuwied im Verbund. Der IFD richtet sich an Menschen, die wegen einer körperlichen Behinderung oder seelischen Erkrankung Schwierigkeiten haben, ihren Arbeitsplatz zu behalten oder überhaupt einen zu finden.
Neben der Vermittlung von Menschen mit Behinderung in ein geeignetes Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis (IFD-Vermittlung), bildet der Berufsbegleitende Dienst (BBD)einen weiteren Schwerpunkt des Integrationsfachdienstes.
Bei der IFD-Vermittlung sind noch einige Plätze frei, um Interessierte bei der Suche nach einer Beschäftigung zu unterstützen. Voraussetzung hierfür ist der Status der Schwerbehinderung oder die sogenannte Gleichstellung mit der Schwerbehinderung. Für die Hilfesuchenden entstehen keine Kosten, da der IFD über das Integrationsamt, die Bundesagentur für Arbeit sowie die zuständigen Rentenversicherungsträger finanziert wird.

Weitere Infos unter Tel.: 02631 / 969892


13.02.2010

Jobs für psychisch Kranke - Westerwald braucht mehr Arbeitsmöglichkeiten

Ein Dutzend Experten, zwölf verschiedene Meinungen ? Nicht so beim Fachgespräch zur Schaffung von Arbeitsplätzen für psychisch kranke Menschen im Westerwald.

WZ.:Westerwaldkreis. Eine vom "Forum Soziale Gerechtigkeit" organisierte Expertenrunde hat mehr Arbeitsplätze für psychisch kranke Menschen im Westerwald gefordert.
Uli Schmidt zitierte im Cafe Vogelhaus eine Psychiatriepatientin:"Arbeit kann krank machen, sie kann aber auch bei der Gesundung helfen:"
Als Hausherr begrüßte Guido Bender die zahlreichen Gäste im Cafe Vogelhaus. Das Cafe sei als Integrationsfirma mit einem hohen Anteil an Beschäftigten mit psychischer Erkrankung als Veranstaltungsort optimal.
Uli Krüger (Bonn) von der "Aktion Psychisch Kranke" (APK) räumte mit dem Vorurteil auf, dass psychische Krankheit und Arbeit nicht zusammenpassen. Das Thema sei auch deshalb so drängend, weil im Laufe eines Lebens etwa ein Drittel der Bevölkerung psychisch erkrankt. Da sei fast immer der richtige Arbeitsplatz die beste Therapie.
Dafür sorgt die Firma Best in Boppard mit 155 Beschäftigten in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, davon achtzig überwiegend psychisch behinderte Arbeitnehmer.
"Wir bekommen für unsere schwerbehinderten Leute nicht mehr öffentliche Fördermittel, als diese an Steuern und Sozialversicherung bezahlen", meinte Geschäftsführer Werner Bleidt. Insofern sei die Beschäftigung sogar volkswirtschaftlich kostenneutral.
Jörg Röder vom Integrationsfachdienst des Diakonischen Werks Westerwald stellte seine Einrichtung als erfolgreichen Helfer für schwerbehinderte Menschen bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz vor.
Er regte an, den Service für Arbeitgeber bei der möglichen Einstellung behinderter Menschen zu verbessern. Als Teamleiter Reha bei der Agentur für Arbeit in Montabaur verwies Thomas Becker auf 1200 von der Agentur zu betreuende Rehabilitanden - bei derzeit steigenden Arbeitslosenzahlen in der Region.
So komme es leider häufig zur Trennung von leistungsgeminderten Beschäftigten, darunter auch schwerbehinderte Menschen.
Seit Mai 2008 kümmert sich die "virtuelle Werkstatt" (Viweca) der Caritaswerkstätten Westerwald / Rhein-Lahn um die Vermittlung von Beschäftigten der WfbM in Aussenarbeitsplätze. Mit Hilfe des "Budget für Arbeit" sei in bisher zehn Fällen auch eine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gelungen, so Leiter Roland Fleck.
Otmar Schneider, Bereichsleiter bei der AWO-Gemeindepsychiatrie, stellte die inzwischen aus zehn Filialen bestehende Kette von Dorfläden vor.
Alle bieten sie ein komplettes Grundsortiment und übernehmen in den Gemeinden häufig eine Funktion als Dorftreffpunkt. Weitere Läden sind bereits geplant: "Eine Ortsgemeinde im Kreis baut sogar einen neuen Laden, den wir dann nach Fertigstellung betreiben;" stellte Schneider erfreut fest.
Die in der Baubranche tätige Firma Mosch & Baumann GmbH in Kaden hat nach erfolgreichem Praktikum einen psychisch kranken Mitarbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Das rechnet sich für das Unternehmen nur mit einem Ausgleich für die krankheitsbedingte Minderarbeit," so Inhaber Klaus Dieter Mosch. Er schilderte auch die im Arbeitsalltag oft durch hohen Termindruck verursachten Probleme für den psychisch kranken Mitarbeiter.
Nachdem auch Angehörige und Menschen mit Psychiatrieerfahrung zu Wort gekommen waren, soll nun ein Strategiekonzept erarbeitet werden.
An Mitarbeit Interessierte sind zu einem Folgetermin am Montag, dem 22. Februar, 18 Uhr im Cafe Vogelhaus willkommen.

Info bei Uli Schmidt:
öeinkunst-mons-tabor.de


30.01.2010

Kreativ im Ehrenamt - Gemeinschaftsraum der AWO Gemeindepsychiatrie verwandelt sich in Kunstgalerie

Am Beispiel einer Malgruppe wird bei der AWO in Bad Marienberg ein positives Fazit über den Zusammenhang von Aufgaben, Beschäftigung und Normalität gezogen. Wenn Freizeitangebote mit innerer Überzeugung wahrgenommen werden, führen sie nachhaltig zum Erfolg.

WZ.:Bad Marienberg. Nach dem Motto "Ein Augenschmaus für jedermann" verwandelt sich jeden zweiten Samstag der Gemeinschaftsraum der AWO Gemeindepsychiatrie in eine kleine Kunstgalerie. Dafür sorgen sechs Teilnehmer einer Malgruppe, die Christel Wiesner 2002 während ihrer aktiven Tätigkeit bei der Stiftung Geisberg ins Leben gerufen hat. Ebenso wie der Verein gemeindenaher Psychiatrie unterstützt die Stiftung Geisberg unter anderem die Umsetzung von Freizeitangeboten. Wiesner übt ihre Tätigkeit gemeinsam mit Karin Heyer, einer früheren Mitarbeiterin der AWO, ehrenamtlich aus.
Die beiden Hobbymalerinnen haben Erfahrung und Geduld, um ihre Fähigkeiten weiterzuvermitteln.
Flure und Zimmer des Wohnheims sind schon mit den Kunstwerken der Gruppe geschmückt. Einige überzeugen so sehr, dass sie schon an Wettbewerben und externen Ausstellungen teilgenommen haben. Als eines der Nachwuchstalente ist Katja Lenz froh darüber, dass sie sich auf diesem Wege kreativ ausdrücken können:"Alleine hätte ich mich nie hingesetzt und gemalt - schon gar nicht nicht mit so einem Ergebnis." Das abstrakte Gemälde, an dem Lenz momentan arbeitet, wird bald eine der Wohngruppen verschönern.
Die Idee zu der Malgruppe ist es, seine Freude für bestimmte Lebensbereiche zu entdecken. Neben der Malgruppe werden Exkursionen in die Natur, sportliche und gesellschaftliche Ereignisse sowie eine Spinngruppe angeboten. "Die Bewohner blühen richtig auf", freut sich Doreen Schuy von der AWO: "Das Leben bekommt Struktur, die Leute stabilisieren sich." Auch die Integration in die örtlichen Vereine wird gefördert.
"Es wäre toll", sagt Schuy, wenn das Angebot an Freizeitaktivitäten noch erweitert werden könnte.
Wer weitere Ideen hat und sich ehrenamtlich für die Bewohner engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, sich zu informieren.
Infos bei Doreen Schuy unter 02661 / 7955940


22.01.2010

Hilfe für eine Risikogruppe - Forum:Chancen für psychisch Kranke verbessern

Das "Forum Soziale Gerechtigkeit" nimmt sich jetzt einer speziellen Personengruppe an. Es will sich dafür einsetzen, mehr Arbeitsplätze für psychisch kranke Menschen zu schaffen.

WZ.:Westerwaldkreis. Menschen mit psychischen Erkrankungen sind auch im Westerwald eine Hochrisikogruppe auf dem Arbeitsmarkt. Ihre Erwerbslosigkeit liegt deutlich über dem Durchschnitt. Viele sind arbeitslos oder finden nur eine Beschäftigung in einer "Werkstatt für behinderte Menschen".
"Wie können die beruflichen Teilhabechancen für psychisch kranke Menschen im Westerwald verbessert werden?"
Mit dieser Frage beschäftigt sich jetzt
das "Forum Soziale Gerechtigkeit" im Westerwald. Alle Interessenten sind daher am Mittwoch, 10. Februar, um 19 Uhr zum Treffen in der Integrationsfirma "Cafe Vogelhaus" in Montabaur am Konrad-Adenauer-Platz eingeladen.
Mehrere fachkundige Referenten aus dem Umfeld des Arbeitsmarkts und der praktischen Arbeit mit psychisch kranken Menschen werden ihre Sicht vortragen. Uli Krüger von der bundesweit tätigen "Aktion Psychisch Kranke" (APK) aus Bonn und Werner Bleidt von der Integrationsfirma "BEST" aus Boppard sind zu Gast. Vorgestellt wird auch die Dorfladenkette der AWO-Gemeindepsychiatrie Westerwald als innovatives Arbeitsplatzangebot. Auch ein heimischer Unternehmer, der über Erfahrungen mit der Beschäftigung psychisch kranker Mitarbeiter verfügt, wird berichten. Beteiligt sind zudem die SPD-Kreistagsfraktion, die Arbeitsagentur, der Integrationsfachdienst sowie andere Organisationen und Akteure in der Region, die sich mit dem Thema befassen.
Für die geringen beruflichen Chancen dieses Personenkreises sind Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und höhere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit ebenso verantwortlich wie eine deutliche Zunahme psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung überhaupt.
Diese Situation stellt nicht nur eine Herausforderung für die Betroffenen und ihre Familien, sondern auch für Strategien der beruflichen Rehabilitation und der Verbesserung der Teilhabechancen für diese Menschen dar. Das "Forum Soziale Gerechtigkeit" will mit seiner Initiative und möglichst weiteren Aktionen dazu beitragen, das Arbeitsplatzpotential für psychisch Erkrankte zu verbessern.

Weitere Infos zur Veranstaltung und zum "Forum Soziale Gerechtigkeit" gibt es bei Uli Schmidt in Horbach,
Tel.: 06439 - 909227 oder per E- Mail


04.11.2009

Frauen-Kabarett macht jetzt auch fit für den Arbeitsmarkt

Die Weberinnen gastieren am 26. Februar 2010 in Neuwied

Gabi Weber-Körner, die rheinische Frohnatur, und Sibylle Clement als ihr Counterpart aus dem Schwäbischen zeigen auch in diesem Programm ihre Fähigkeit, gesellschaftliche und politische Entwicklungen aus Sicht der Frau auf der Straße mit Witz und augenzwinkernd darzustellen.
Raus aus Hartz IV, rein in den Arbeitsmarkt! Die Frage ist nur, wie? Ideen müssen her: Oma-Service, Ölbohrinsel, Hundesitting? Wie verkauft man Unterwäsche in Übergrößen? Hat Handwerk goldenen Boden? Ist eine reiche Heirat doch die bessere Lösung? In gewohnt kecker und spöttischer Manier, sparsam schwäbisch und großzügig rheinisch führen die Weberinnen durch die Höhen und Tiefen im Reich der Angela Merkel und ihrer schwarz-gelben Koalition. Die Weberinnen gastieren auf Einladung des Frauenbüros der Stadt Neuwied, der Katholischen Frauengemeinschaft Neuwied und des Cafe Kis am Freitag, 26. Februar um 20 Uhr im Elli-Schneider-Saal des Cafe Kis, Heddesdorfer Straße 18. (Arbeiterwohlfahrt).Hier gibt es auch die Karten zum Preis von 10 Euro.
Infos erhält man bei Sandra Thannhäuser,
Frauenbüro Neuwied, unter der 02631 / 802234,
oder im Cafe KIS unter der 02631 / 353533 .


28.01.2010

AWO-Mitarbeiter sind jetzt zertifizierte Job-Promoter

Fortbildung nach amerikanischem Modell erfolgreich absolviert

WZ.: Bad Marienberg. Mit ihren vielen Berührungspunkten zur Arbeitswelt kann die AWO Gemeindepsychiatrie jetzt auf frisch geschultes Wissen bauen. Aus den Standorten Neuwied, Bad Ems, Hachenburg, Montabaur und Bad Marienberg haben fünfzehn Mitarbeiter (von insgesamt 174) die Fortbildung zum Job-Promoter erfolgreich abgeschlossen.
Damit gehören sie zu den rund vierhundert zertifizierten Job-Promotoren, die es zur Zeit in Deutschland gibt.
Bildungspartner war das IUK-Institut in Dortmund. In der Zeit von März bis Oktober 2009 absolvierten die AWO-Mitarbeiter insgesamt acht, jeweils zweitägige Module.
Dabei geht es nicht nur um Jobsuchende, sondern auch um die schulische Integration beeinträchtigter Kinder.
Denn zu den Kernelementen gehört es, dass ein Job-Promoter die Stärken des Klienten erkennt, sie dem Betreffenden bewusst macht für seinen Weg:"Es geht nicht um Defizite", sagt IUK-Geschäftsführerin Dr. Barbara Weissbach, "sondern um positive Ansätze".
Anwendung findet das Gelernte etwa im Programm "Perspektive 50 plus". Das Methodenwissen hilft zum Beispiel bei den Eingangsinterviews", sagt Mitarbeiter Florian Isenberg. Für Geschäftsführer Frank Kröller hat das Zertifikat noch eine weitere Bedeutung:"Wir erhoffen uns Vorteile bei öffentlichen Ausschreibungen."


28.01.2010

Ältere für die Jobsuche motivieren

Seit Oktober finanziert die ArGe die Maßnahme "Perspektive 50 plus" - AWO betont Gesundheitsaspekt

WZ.:Das Krisenjahr 2009 trübte vor allem bei Langzeitarbeitslosen die Hoffnung auf einen Neustart.
Für ältere ALG II - Empfänger gibt es jedoch ein Sprungbrett und mancher Wunsch stützt sich auf den ersehnten Aufschwung 2010.

Fast jeder vierte Erwerbslose im Westerwaldkreis ist 50 Jahre oder älter. Wer länger ohne Job ist, gerät automatisch in die "Hartz IV" genannte Grundsicherung.
Ende 2005 erfand die Bundesregierung für die ältere Klientel die "Perspektive 50 plus-Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen".
Einer von vier Maßnahmeträgern ist die Gemeindepsychiatrie der Arbeiterwohlfahrt aus Bad Marienberg.
Laut Hans Peter Krämer sind gegenwärtig 480 der älteren Langzeitarbeitslosen in einer besonderen Betreuung.
"Um 400 von ihnen kümmern sich unsere Fachkräfte der ArGe, jeweils zwanzig durchlaufen die dreimonatige Präsenzphase bei den Maßnahmeträgern", erklärt der Geschäftsführer der ArGe Westerwald. An dieses Vierteljahr, das keineswegs nur der Jobvermittlung dient, schließt sich eine ebenfalls dreimonatige Coachingphase an. AWO Mitarbeiter Florian Isenberg weiss, wie wichtig es ist, auch bei diesen Einzelterminen motivierend zu wirken, Bewerbungsbemühungen zu fördern und Chancen auf dem Arbeitsmarkt auszuloten. In Einzelfällen kann sich eine zweite Coachingphase anschließen.
Gerlinde Kaiser-Schäfer leitet die AWO-Maßnahme in Hachenburg; eigens für "50 plus" wurden Räume in den Ferderer-Hallen gemietet und mit Computern ausgestattet.
Zu Jahresbeginn hat die zweite Gruppe mit der Präsenzphase begonnen. Die von der ArGe zugewiesenen Frauen und Männer sehen das werktägliche Programm als Chance. Immerhin fünf Teilnehmer der letzten Gruppe konnten in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis übernommen werden.
"Verweigerer haben wir bislang nicht", sagt Florian Isenberg:"Nicht wenige der Hartz IV-Empfänger führen ein recht einsames Leben, hier finden sie sozialen Austausch, die Gruppe schafft Kontakte.
Neben Bewerbertraining, PC-Schulung und Vorträgen umfasst das AWO Konzept auch Elemente von Gruppendynamik und gesundheitsrelevantem Training: "Wer fit ist, findet leichter einen neuen Job." Auf positive Resonanz stießen etwa Autogenes Training, Massage mit Klangschalen, Muskelentspannung, Gedächtnistraining, Gespräche mit Psychologen und Nordic Walking.

Für Frank Kröller, Geschäftsführer der AWO Gemeindepsychiatrie, lässt sich aus diesem Ansatz ablesen, dass hier die Teilnehmer nicht auf Jobsuche reduziert werden:"Es geht um Selbstbewusstsein, Bildung und die Erfahrung, einen Kollegenkreis zu haben." Mario Isack, der "Kümmerer" der ArGe, pflichtet gerne bei:"Das Konzept dieser Maßnahme nimmt die Lebensumstände mit, betont die Stärken des Einzelnen, selbst wenn die berufliche Integration das wichtigste Ziel bleibt."
Wegen bundesweit guter Ergebnisse der Maßnahme glaubt auch Hans Peter Krämer an den Fortbestand von "50 plus", wenn es die ArGen ab 2011 nicht mehr gibt.


22.01.2010

Über den richtigen Umgang mit Holz informiert

Beratungsabend im Cafe Vogelhaus in Montabaur stieß auf großes Interesse

Westerwälder Leben. Montabaur. Holz heizt. Das wussten schon die Urmenschen. Wie heute mit modernen Heizkesseln oder Kaminöfen richtig geheizt wird, darüber konnten selbst erfahrene Hobby-Holzfäller und Brennholz-Fans beim Themenabend im Cafe Vogelhaus viel Neues erfahren.

Guido Bender von OptiServ Montabaur, einer Einrichtung der AWO Gemeindepsychiatrie, begrüßte dazu den Referenten Carsten Frenzel vom Forstamt Rennerod. Frenzel ist bei der Zentralstelle der Forstverwltung für den Bereich der Energieberatung / Biomassemanagement zuständig.
Etwa siebzig Zuhörer interessierten sich für die Details wie etwa Baumarten, Lagerung, Öfen, Anfeuern und Verbrennung, Energiesparen durch Dämmung, die ergänzende Nutzung der Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung, und die Anforderungen der Bundesimmissionsschutzverordnung.

Holz wird am besten in der Zeit von November bis Februar - ausserhalb der Wachstumsphase - eingeschlagen. Es sollte gleich auf Ofenlänge geschnitten und fein gespalten werden. Der Umfang eines Holzscheites sollte zwischen zwanzig und dreissig Zentimeter betragen.
So trockne das Holz schneller und könne bereits im Herbst des nächsten Jahres verheizt werden.
Gelagert wird am besten auf festem Untergrund unter einem Dach mit mindestens zwanzig Zentimeter Abstand vom Boden.
Ausreichender Schutz vor Schlagregen und Spritzwasser und gute Hinterlüftung verhindern Pilzbefall.
Werden mehrere Reihen hintereinander aufgesetzt, muss dazwischen bis zu zehn Zentimeter Abstand liegen.
Vor dem Verbrennen sollte man jeweils einen Tagesvorrat zum Verfeuern und einen Tagesvorrat zum Nachtrocknen neben dem Ofen lagern.
Holz ist ofentrocken, wenn der Wassergehalt unter zwanzig Prozent liegt. Ein Wassergehalt von zwanzig Prozent entspricht einem Feuchtegehalt von etwa fünfundzwanzig Prozent.
Der Heizwert von Brennholz hängt von der Baumart ab. Bezogen auf einen Raummeter ofentrockenes und gestapeltes Meterholz liegen Eiche, Robinie und Esskastanie mit einem Heizwert von zweitausendeinhundertfünfzig Kilowattstunden an der Spitze. Das entspricht zweihundertfünfzehn Litern Heizöl. Die heimische Buche bringt es auf 2100 kWh, Birke auf 1900 kWh und Fichte auf 1500 kWh.
Bezieht man den Heizwert auf das Holzgewicht, so liegt der Heizwert von Nadelhölzern sogar leicht über dem der Laubhölzer. Allerdings brennen sie auch schneller ab.
Die häufig verbreiteten Nachteile von Nadelhölzern wie verrußte Öfen und Kaminzüge oder gar erhöhte Kaminbrandgefahr seien Vorurteile und leicht zu widerlegen. "Es kommt nur auf die richtige Handhabung an", meint Frenzel. So legt man zum Anzünden kreuzweise vier kleine Fichtenhölzer und in Wachs getränkte Holzwolle auf das darunter liegende Brennholz.
Dadurch werden Rauch und Schadstoffe vermieden.
Bei den Öfen gilt, dass Qualität auch etwas kostet.


18.01.2010

Kleines Dorf, große Aktivität

Der 450-Seelen-Ort Oberwambach hat Läden, Gaststätten und ein reges kulturelles Leben

RZ.: Ein schönes und lebenswertes Dorf ist Oberwambach. Es gibt kleine Bauernhöfe, tolle Fachwerkhäuser, eine schöne Kirche und ein aktives Dorfleben.Dafür sorgen nicht nur der Frauen- und der Männerchor. Ein großer, weithin bekannter Kulturträger sind auch die 1991 gegründeten Jugendfreunde Oberwambach, so Ortsbürgermeister Achim Ramseger.
Besonders stolz sind die "Wannmicher" darauf, dass es im Dorf noch ein Lebensmittelgeschäft gibt. Betrieben wird der Dorfladen mitten im Ort von der AWO. Für Speisen und Getränke im bereits zubereiteten Zustand sorgen eine Gaststätte und eine Pizzeria. Arbeitsplätze gibt es zudem in einer Getränkegroßhandlung. Schreinerei, Bäckerei, Fußbodenfirma etc.


16.Dezember 2009

Als Experten in eigener Sache aktiv - Behinderte Menschen wollen genauso leben wie Nichtbehinderte

Lokalanzeiger.: Westerwaldkreis. Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen muss auch im Westerwald zur Selbstverständlichkeit werden.

Kreisbereisung des rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten Ottmar Miles-Paul auf Einladung des "Forum Soziale Gerechtigkeit". Gemeinsam mit Forumsprecher Uli Schmidt war der Mainzer Gast nach fünf Besuchsterminen und vielen Gesprächen überzeugt: "Ein Kreisbehindertenbeirat kann zur Umsetzung der Ziele sehr hilfreich sein!"
Zunächst standen Ortstermine im als Integrationsfirma geführten "Stadtladen" der AWO-Gemeindepsychiatrie in Höhr-Grenzhausen sowie der virtuellen Werkstatt "ViWeca" der Caritaswerkstätten Westerwald/Rhein-Lahn auf dem Programm.
Es folgte ein Besuch einer Wohngemeinschaft für behinderte Menschen in Montabaur und ein ausführliches Gespräch mit den fünf jungen Bewohnerinnen und Bewohnern.
Die vierte Station führte die Besuchergruppe ( der sich inzwischen auch MdL Harald Schweitzer angeschlossen hatte) zur Bezirksgeschäftsstelle der AOK in Montabaur. Dort ging es allerdings nicht darum, was die "Gesundheitskasse" gegen de Krankheiten tut, sondern allein um die Barrierefreiheit des Dienstgebäudes.
Zu einer abschließenden öffentlichen Informationsveranstaltung waren viele Interessenten in den großen Sitzungssaal des Kreishauses gekommen - viele davon Angehörige behinderter Menschen sowie Vertreter von Verbänden und Einrichtungen. Moderiert von Uli Schmidt entwickelte sich nach einleitenden Worten des Behindertenbeauftragten und von Matthias Rösch, Referatsleiter Gleichstellung und Selbstbestimmung / Barrierefreiheit im Mainzer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen zur Politik
des Landes für behinderte Menschen eine
ermutigende Diskussion.
"Wichtig ist", so Rösch, "dass viele behinderte Menschen im Westerwald als Experten in eigener Sache aktiv werden und sich für ihre Rechte einsetzen." Ein Teilnehmer meinte dazu: "Wir müssen künftig mit einer Stimme reden, die behinderten Menschen im Kreis und ihre Angehörigen und Betreuer müssen besser vernetzt werden um mehr zu erreichen!" Es folgte ein vielfacher Appell zur Gründung eines Kreisbehindertenbeirates.
Wichtig auch seien die Sicherstellung einer Assistenz bei Krankenhausaufenthalten, passgenaue Wohnangebote ausserhalb grosser Heime, die Integration in Schule und Kindertagesstätte sowie die Sprachförderung bei Kindern.
"Behinderte Menschen wollen genau so leben wie nichtbehinderte Menschen!" Miles-Paul rief am Ende eines überaus erkenntnisreichen Tages dazu auf, die Betroffenen dabei zu unterstützen. Uli Schmidt rief abschließend für das auf Initiative der SPD-Kreistagsfraktion gegründete "Forum Soziale Gerechtigkeit" dazu auf, die UN-Behindertenrechtskonvention im Westerwaldkreis umzusetzen und sagte Unterstützung dabei zu:"Wir haben heute keine Probleme gelöst, aber deren viele erkannt, die auf eine Lösung warten," so Schmidt.



14.12.2009

Kranke knacken Nüsse - Bürger zu Frucht-Spenden aufgerufen

RZ.: Kreis Neuwied. "Wie können wir die Arbeitstherapie für unsere Klienten interessanter und abwechslungsreicher gestalten?" Das fragten sich die Mitarbeiter der Tagesstätte für psychisch kranke Erwachsene in Neuwied. Dann hörten die Ergotherapeuten von einer rheinhessischen Tagesstätte, die für eine ortsansässigen Ölmühle Walnüsse knackt. Daraus wird dann wertvolles Öl gepresst.

"Das ist eine einfache Dienstleistung, Zeitdruck entsteht auch nicht, das können wir hier auch machen", dachten sich die Therapeuten. Die anschließende Recherche brachte einen kooperationsbereiten Ölmüller im vorderen Westerwald zutage.
Es könnte also losgehen. Da die Tagesstätte natürlich keine eigenen Plantagen hat, bittet sie Baumbesitzer und Menschen aus dem Neuwieder Umland, die Nüsse übrig haben, diese der Tagesstätte zu spenden. Größere Mengen können nach telefonischer Absprache auch abgeholt werden:

Tagesstätte der AWO-Gemeindepsychiatriegemeinnützige GmbH
Heddesdorfer Straße 18, 56564 Neuwied Tel::02631 - 353533


04.12.2009

77500 Euro für die Region

Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise geht die Kreissparkasse Westerwald nicht am Bettelstab. Auch die Spendensumme an soziale Vereine bleibt unverändert.

Das Geld fließt in ungleichen Umfängen an insgesamt 27 Empfänger, darunter etwa die AWO Gemeindepsychiatrie in Bad Marienberg. KSK-Vorstandsvorsitzender Frank Sander: "Wir tun das gerne, denn wir sind der Region eng verbunden und wollen all den Menschen danke sagen, die sich in besonderem maße, oft ehrenamtlich, einsetzen. 2009 sei für die Banken und Sparkassen kein einfaches Jahr gewesen, doch habe die KSK gut gewirtschaftet. Sander freute sich, neben den vielen bekannten Vertretern auch ein paar neue Gesichter begrüßen zu können. Er vergaß auch nicht, zu erwähnen, dass die KSK neben dieser traditionellen vorweihnachtlichen Spendenaktion übers ganze Jahr verteilt auch in anderer Form Westerwälder Initiativen unterstützt.
Stellvertretend für alle Empfänger dankte Dr. Norbert Heinen, Vorsitzender des Forum Abtei Marienstatt, für die Einladung und den jährlichen Geldsegen:"Es ist schön, diese Form der Anerkennung zu bekommen, und es ist ein Ansporn für uns alle!"
Die Vereine und Institutionen sind in der Verwendung der Spendenmittel völlig frei. So legt zum Beispiel der vor zwanzig Jahren gegründete Verein "Gemeinsam ist es möglich"(Montabaur)einen Schwerpunkt auf Trainingsprogramme für junge behinderte Erwachsene. Auf der Wunschliste des DRK- Krankenhauses Hachenburg stehen nicht nur medizinische Geräte - auch der eingeschlagene Weg in eine umfassende Palliativversorgung schwer kranker und sterbender Menschen werde ausgebaut.


24.11.2009

Stiftung Geisberg gewährt Zuschüsse auf allen Ebenen

Spende der AWO-Gemeindepsychiatrie unterstützt ehrenamtliche Arbeit

WZ.: Bad Marienberg. Die AWO Gemeindepsychiatrie verzichtet in diesem Jahr auf die Versendung von Weihnachtsgrußkarten und spendet stattdessen 1100 Euro an die Stiftung Geisberg.
Die Stiftung bekommt derzeit nach wachsenden Zuwendungen in den letzten Jahren die Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren. "Einnahmen und Zinsen sind dramatisch eingebrochen", so der Stiftungsvorsitzende Frank Kröller und sein Stellvertreter Klaus Martens.
Die Stiftung wurde im Jahr 2001 gegründet und arbeitet nach dem Leitsatz "Die Würde des Menschen ist sein Anderssein"
Stiftungszweck ist die Unterstützung der gemeindenahen Psychiatrie vor allem im Westerwald.
Gefördert werden Gebäuderenovierungen, Urlaubsfahrten der Bewohner, Anschaffung von Einrichtungsgegenständen, Computern und entsprechenden Lehrgängen, Brillen, Spezialschuhen etc..
Stets wird darauf geachtet, dass die Antragsteller einen Eigenanteil tragen.
Die Kuratoriumsmitglieder der Stiftung treffen sich einmal im Jahr. Die Spender erhalten Quartalsberichte über die Aktivitäten der Stiftung; Transparenz wird hoch geschätzt. Nach wie vor, so Peter Lorenz aus dem Vorstand, lasse die gesellschaftliche Anerkennung der psychisch Kranken zu wünschen übrig. obwohl die Zahl der Betroffenen eher zunimmt.
Ausser in Bad Marienberg, wo Verwaltung, Wohnangebote und die verschiedenen Dienstleister ihren Sitz haben, gibt es AWO Gemeindepsychiatrie auch in Bad Ems, Neuwied, Altenkirchen und Montabaur.In einigen Gemeinden
trägt die AWO mit ihren Dorf- und Stadtläden schon zur Grundversorgung der Bevölkerung bei.
Die stationäre Aufnahme in den Wohnbereich soll möglichst nur vorübergehend sein; in 2009 zogen von hier aus achtundzwanzig Personen in eine eigene Wohnung.

Der gesellschaftliche Druck steigt und die Patienten werden immer jünger:"die Kinder- und Jugendpsychiatrien in Deutschland sind voll", so beschreibt Frank Kröller den bedenklichen Trend.



26.11.2009

Integration in der Region fördern

Auf Einladung des Forum Soziale Gerechtigkeit hat sich der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte Ottmar Miles-Paul am Mittwoch über die Behindertenpolitik im Westerwald informiert. Im Rahmen einer Kreisbereisung besuchte Miles-Paul auch eine Integrationsfirma der Arbeiterwohlfahrt in Höhr-Grenzhausen. (Im Bild Dorfladen-Mitarbeiterin Heike Regulsky, Uli Schmidt vom Forum und Otmar Schneider von der AWO-Gemeindepsychiatrie).


05.09.2009

SPD: Forum soll Solidarität stärken

Die Agenda 2010 hat die SPD in der öffentlichen Wahrnehmung das Attribut gekostet, die Partei der sozialen Gerechtigkeit zu sein. Die Westerwälder SPD will den ramponierten Ruf erneuern.

WZ.: Westerwaldkreis. "Wie viel soziale Ungerechtigkeit hält eine Region aus? Für die neue SPD-Kreistagsfraktion steht diese Frage im Mittelpunkt ihrer künftigen Arbeit.
Mit einem "Forum Soziale Gerechtigkeit" wollen sie dazu beitragen, dass es keine Schieflage zu Lasten der armen, kranken und behinderten Menschen gibt. Eine Vielzahl von Themen und unterschiedlichen Arbeitsformen sollen auch für sozial engagierte Menschen ausserhalb der SPD offen und interessant sein.
"Ausgehend von einer Analyse der sozialen Entwicklungen im Kreisgebiet wird das Forum Aspekte einer zukunftsfähigen Kreispolitik erarbeiten", so die Fraktionsvorsitzende Dr. Tanja Machalet. Zu nennen sind hier zunächst die Sicherung einer guten Pflege und eine angemessene Teilhabe behinderter Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Fragen der Kinderbetreuung und der Freizeitgestaltung Jugendlicher sollen ebenso angesprochen werden wie die Versorgung mit Ausbildungsplätzen, die Gefahren von Drogen sowie die medizinische Versorgung der Region.
Kreisbeigeordneter Uli Schmidt wird als neuer sozialpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion das Forum leiten: "Wir wollen uns auch mit bekannt gewordenen Missständen in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen unseres Kreises auseinandersetzen und dazu beitragen, diese zu beseitigen", so Schmidt. Deshalb bitte man um Informationen aus der Bevölkerung, die diesen Bereich betreffen. Gesucht werde auch eine sinnvolle Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Gesundheits- und Sozialwesens, aus Kirchen und Verbänden wie etwa der Arbeiterwohlfahrt. Regelmäßige Besuche in Einrichtungen, Exkursionen auch ausserhalb des Kreises, Expertenberichte und öffentliche Diskussionsforen sollen die Arbeit transparent und interessant machen.
Einsetzen wollen sich die Sozialdemokraten auch für die Schaffung von Betroffenengremien, etwa einem kreisweiten Behinderten- oder Seniorenbeirat, die anderswo längst erfolgreich arbeiten.
Wer sich mit der Westerwälder SPD dafür einsetzen will, dass die Schere zwischen Arm und Reich in unserer Gesellschaft nicht noch weiter auseinandergeht, kann ich per E-Mail wenden an Uli Schmidt, Horbach, .
Alle Interessenten werden dann im Herbst zu einem ersten Gespräch eingeladen.


11.09.2009

Musikalische Zeitreise mit dem Trio Tom & Jerry (plus one)

Akustischer Hochgenuss im Vogelhaus nach längerer "Kunstpause"

Zur Einstimmung gab es "Peacefull easy feeling" von den Eagles. Mit Songs von Van Morrison "Brown eyed girl", John Denver's Leaving on a Jetplane", sowie "It's all over now, baby blue" oder "Mr. tambourine man" und "Blowin in the wind", aber auch "It's all over now" (Rolling Stones) und "Act naturally" (Carl Perkins) oder dem Song "To love somebody" der Bee Gees kam das Publikum richtig in Fahrt, nicht zuletzt mit "Sweet home alabama" von Linyrd Skinyrd.

Erster grosser Höhepunkt des Abends war die perfekte Darbietung des legendären Dire Straits Songs "Sultans of swing" ohne Schlagzeug und Percussions und einem begeisternden Gitarrensolo von Thomas Wölferlinger.
Ebenso begeisterten Zuspruch erfuhr Thomas Schütz mit seinen Soloeinlagen auf der Gitarre bei dem legendären Hit "Black magic woman" von Santana.Mit herausragendem Spiel auf der Bassgitarre und seiner genialen Stimme überzeugte auch Steve Hamelink bei dem Joe Cocker-Hit "Unchain my heart".

Viele weitere Hits aus Pop, Rock, Blues und Folk zeigten die Bandbreite des Trios, das erst nach dreieinhalb Stunden und mehreren Zugaben die Bühne verlassen durfte.


08.08.2009

Intensivere Betreuung durch neue Mitarbeiterin

Integrationsfachdienst erweitert Angebot - Veranstaltung am 12. August

RZ.:Neuwied. Der Integrationsfachdienst(IFD) der AWO Gemeindepsychiatrie
hat Zuwachs bekommen. Barbara Neuendorf verstärkt seit dem 01. Juni
die Mannschaft des IFD.
"Wir können dadurch mehr Klienten betreuen und unser Beratungsangebot erweitern", sagt Diana Franke-Meyer, Leiterin des IFD.
Am Mittwoch, 12. August, behandelt im Cafe KISS ab 17 Uhr ein weiterer Themenabend der Veranstaltungsreihe "Bewerbung" das Thema "Vorstellungsgespräche". Barbara Neuendorf und Stephanie Gottschall werden in der lockeren Atmosphäre des Cafes alle Fragen dazu beantworten.

Die Reihe richtet sich insbesondere an Arbeit suchende Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen: "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist eine gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch bei einem potentiellen Arbeitgeber so wichtig wie noch nie, um einen Job zu bekommen." erklärt Franke-Meyer.
"Die Nachfrage nach unserem Angebot steigt, auch weil die Leute merken, wir sind ein stabiles Team".

Neben der Vermittlung von Menschen mit Behinderung in geeignete Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnisse
gibt es den Berufsbegleitenden Dienst und die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern auf ihrem Weg ins Berufsleben.

Die Pädagoginnen Stephanie Gottschall und Maren Möller stehen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei Fragen und Problemen zur Verfügung.

Weitere Infos gibt es unter Tel. 02631/353533 oder
02631/355055 .


12.08.2009

Sommerparty mit großartigen Bands

Rockiges prägte Fest der Gemeindepsychiatrie

WZ. Bad Marienberg: Viel gute Musik und noch mehr wohltuende Kontakte gab es beim Sommerfest der gemeinnützigen AWO Gemeindepsychiatrie in Eichenstruth.
Auf dem einrichtungseigenen Gelände der Integrationsfirma OptiServ startete das Treiben mit gutgelaunten Gästen, die sich bei strahlendem Sonnenschein Kuchen und Gegrilltes schmecken ließen. Besonders freuen konnten sich die Bewohner der AWO Gemeindepsychiatrie, denn deren Eintritt übernahm die Stiftung Geisberg.
Die Lose der beliebten Tombola waren in Rekordzeit vergriffen. Die Gewinner konnten zahlreiche attraktive Preise entgegennehmen, meist Spenden von Westerwälder Firmen.
Doch das Beste kam am Abend. Als Vorband brachte "Black Velvet" die Menge auf Touren, bereit für den Höhepunkt des Spektakels, den Auftritt der Kultband "The Fabulous Booze Brothers". Auf der Open Air Bühne rockten die Musiker aus dem Raum Hachenburg mächtig los mit Stücken von AC/DC, ZZ Top und den Stones, eine Reise durch die letzten vierzig Jahre nahm ihren Lauf.


08.08.2009

Weg zu mehr Eigenständigkeit

Seit zehn Jahren Entwicklungschancen mit persönlichem Budget

WZ.:Das Persönliche Budget steht Menschen mit Beeinträchtigung oder chronischer Erkrankung als Integrationshilfe zur Verfügung und eignet sich dazu, den Auszug aus einem Heim zu erleichtern. In Rheinland-Pfalz wird das Modell bereits seit mehr als zehn Jahren erfolgreich praktiziert.
Ein schlagendes Beispiel für den Nutzen des Budgets ist der Fall des Westerwälders Andre Schönberger. Schönberger litt viele Jahre an einer psychischen Erkrankung. War die eigene Leistung einmal nicht perfekt, gewannen bei ihm innere Angstzustände die Oberhand. Schnell war er überfordert, wenn sein privater Tagesablauf durcheinandergeriet. Deshalb musste er schon als junger Mensch in einem Wohnheim in Bad Marienberg betreut werden.
Heute ist es ihm mit Hilfe des persönlichen Budgets möglich, in eigenen vier Wänden zu leben. Regelmäßig wird er von dem gleichaltrigen Betreuer Rene Ledwon von der AWO Gemeindepsychiatrie besucht.
Mit der Zusage für das persönliche Budget können Betroffene selbst verschiedene Dienstleister beauftragen, die sie bei der Führung eines "normalen" Tagesablaufs unterstützen. Werden vereinbarte Ziele nicht zufriedenstellend erreicht, kann der Budgetnehmer einen anderen Dienstleister einsetzen.
Andre Schönberger hat zu Ledwon ein besonderes Vertrauensverhältnis aufgebaut, was auf seine persönliche Entwicklung positiv zurückwirkt.
Er wird zusehends selbständiger, lernt aus seinen Fehlern, anstatt sich dafür zu verurteilen.
Inzwischen ist er Vollzeit in einem Dorfladen in Nauroth als Verkäufer beschäftigt. Beruflich übernimmt er immer mehr Verantwortung (Urlaubsvertretung etc.).
Die Zahl der Betreuungsstunden im Fall Schönberger ist inzwischen auf drei Stunden die Woche gesunken und kann in naher Zukunft ganz eingestellt werden.
Die Alternative, ein Platz im betreuten Wohnheim, bedeutet für den Betroffenen weniger Lebensqualität und für die Kostenträger erhebliche Mehrkosten, betont Ledwon.
Bei der Antragsprüfung für das persönliche Budget werden auch die Einkommensverhältnisse naher Verwandter unter die Lupe genommen, so die Kreisverwaltung.
Schönberger ist deshalb froh, dass es bei ihm geklappt hat:
"Wer weiss, wie ich ohne das persönliche Budget heute dran wäre!"


16.07.2009

Stadtladen in Höhr eröffnet

AWO. Geschäft verbessert Nahversorgung

WZ.: Höhr-Grenzhausen Im Stadtteil Höhr gibt es jetzt einen Stadtladen, der von der Gemeindepsychiatrie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) betrieben wird. Hier finden psychisch beeinträchtigte Menschen einen Arbeitsplatz und Anwohner eine lokale Einkaufsmöglichkeit.
Der mit Spannung erwartete Stadtladen hat jetzt in der Mittelstraße 21 in Höhr seine Türen geöffnet. Es ist die bisher größte Filiale dieses Trägers. Bei der Eröffnung begrüßten Frank Kröller, Geschäftsführer der AWO Gemeindepsychiatrie, und Otmar Schneider, Betriebsleiter für die Dorf- und Stadtläden, die Gratulanten. Jürgen Johannsen, der das Projekt in seiner früheren Funktion als Stadtbürgermeister unterstützt und vorangetrieben hat, sein Nachfolger als Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Thilo Becker, sowie Quartiersmanagerin Stefanie Rauh.
Johannsen:"Ich freue mich, dass Sie den Einwohnern ein neues, attraktives Angebot machen und wünsche Ihnen viel Erfolg." Auf 330 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet der Laden seinen Kunden Lebensmittel des täglichen Bedarfs, Tiefkühlwaren und Non Food-Artikel, aber auch Frische-Produkte wie Obst, Gemüse und Molkereierzeugnisse. Die Verbraucher können wählen zwischen Markenprodukten und Eigenmarken, welche auf dem Preisniveau von Discountern liegen. Bei den Packungsgrößen werden sowohl Großfamilien als auch Alleinstehende berücksichtigt. Nicht im Sortiment befindliche Artikel können auf Wunsch bis zum nächsten Tag besorgt werden. Im Stadtgebiet gibt es einen kostenlosen Lieferservice, der vor allem älteren und behinderten Menschen das Einkaufen erleichtern wird. Diese Dienstleistungen gehören zum besonderen Konzept der AWO. Hier wird für psychisch beeinträchtigte Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt vorübergehend überfordert sind, unter realitätsnahen Bedingungen eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit und damit eine feste Tagesstruktur geschaffen, um sie auf lange Frist dem Arbeitsmarkt wieder zuzuführen. Neben fünf Ganztagskräften mit festem Arbeitsvertrag wird im Höhrer Stadtladen auch eine Auszubildende im Fachbereich "Verkäuferin Lebensmitteleinzelhandel" beschäftigt.

Der Stadtladen ist von Montag bis Freitag, 7 bis 19 Uhr, und samstags von 7 bis 14 Uhr geöffnet.


04.07.2009

Sozialpaten sind startbereit

AWO Gemeindepsychiatrie: Ehrenamtler helfen nicht nur bei Schulden

WZ.: Bad Marienberg. Nach einem ermutigenden Auftakttreffen der Sozialpaten leitet die AWO Gemeindepsychiatrie die konkrete Phase ihres Vorhabens ein. Die ersten sieben Westerwälder, die sich als Sozialpaten zur Verfügung stellen, haben sich gemeldet - ihre Bereitschaft zu sozialen Dienstleistungen summiert sich auf ein Zeitbudget von mehr als zweihundert Stunden monatlich.
Die AWO Gemeindepsychiatrie nimmt jetzt Anfragen von Einzelpersonen und Haushalten entgegen, die in irgendeiner Form vorübergehend Begleitung brauchen.
Hauptmann und Kröller machten noch einmal deutlich, dass es um Hilfe zur Selbsthilfe geht.
Ausfüllen von Anträgen
Begleitung zu Behörden
Führen von Haushaltsbüchern
Ordnen von Schuldnerunterlagen
verhandlungen mit Vermieter etc.

Diesem grossen Aufgabenspektrum sehen die Sozialpaten ohne Scheu entgegen. Irma Fischer (Wahlrod), Eva Jung (Unnau), Cornelia Krebs (Montabaur), Petra Sassenrath (Langenhahn, Ursula Schmidt (Hellenhahn), Heinz-Jürgen Sprungk (Simmern) und Charlotte Vohl (Wirscheid).
Das multiprofessionelle Team setzt sich derzeit zusammen aus Juristen, Betriebswirten, Pädagogen, der Schuldner- und Insolvenzberatung, kaufmännischen Berufen und marketing sowie Gesundheitsberufen.

Informationen zu diesem kostenlosen Angebot
gibt es bei Erhard Hauptmann (02661/983605)


03.07.2009

Aktion Mensch spendet zwei Fahrzeuge

WZ.: Die AWO Gemeindepsychiatrie in Bad Marienberg hat jetzt zwei neue Fahrzeuge in Betrieb genommen. Den größten Teil der Anschaffungskosten übernahm die Aktion Mensch, getreu dem Motto "Aktion Mensch - bringt vieles ins Rollen". Die Bewohner der Aussenwohngruppe freuten sich: "Endlich ein Fahrzeug für Einkäufe, Arztbesuche und Ausflüge." Dazu soll der Ford Focus eingesetzt werden. Der Transit wird in der Tagesstätte OptiServ in Eichenstruth für den Fahrdienst von beeinträchtigten Besuchern genutzt. Im Autohaus Bell in Nister übergab Christoph Stein die Schlüssel an Frank Kröller und Markus Treptow.


18.06.2009

Dorfladen für Mündersbach

Neue Impulse bringen Dorferneuerung voran

WZ.:Mit der Arbeiterwohlfahrt als Partner sorgt die Ortsgemeinde Mündersbach für Einkaufsmöglichkeiten vor Ort.
Ein geplanter Dorfladen ist Kernstück des aktualisierten Dorferneuerungskonzepts.
Mit einem Glas Sekt begrüßte Bürgermeister Winfried
Himmerich annähernd siebzig Bürger im Gemeindehaus.
Das Dorf hat den ersten Preis in der Hauptklasse im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" belegt.
Trotz des Erfolgs möchte sich die Gemeinde nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern plant wichtige Projekte zur Sicherung einer attraktiven Zukunft. Die Bürger sollen intensiv in die Planungen einbezogen.
Architekt Berthold Böhm vom beauftragten Büro "Umwelt-Plan Redlin" zeigte erste Pläne zu einem Dorfladen an der B 413, die auch die Einrichtung eines Cafe´/Bistros vorsehen.
Als Vertreter des Betreibers berichtete Otmar Schneider, dass der Laden von vier bis sechs Arbeitskräften aus dem Dorf besetzt werden soll.
In dem geplanten Integrationsbetrieb werden auch Menschen mit Beeinträchtigungen beschäftigt.
Nach diesem Konzept betreibt die AWO zurzeit erfolgreich sieben Dorf- und Stadtläden; weitere sind in Planung. Dass diese neue Art der Grundversorgungeinrichtungen sich durchaus mit dem Angebot und den Preisen der Supermärkte und Discounter messen kann, stellte Rainer Kirsch von der Firma Giehl aus Nistertal vor. Als Grosshändler beliefert er viele Märkte der Region mit Waren des täglichen Bedarfs. In einer "Dorfwerkstatt", zu der sich schon siebzehn Mündersbacher gemeldet haben, soll weiter an Zukunftsperspektiven für die Gemeinde gearbeitet werden.



18.05.2009

Fachdienst informiert über Einstellung von Behinderten

RZ.: Heddesdorf. Auf einer Informationsveranstaltung am heutigen Montag informieren ab 18.oo Uhr im "Cafe KIss" in der Heddesdorfer Str. 18 Mitarbeiterinnen des Integrationsfachdienstes der AWO Gemeindepsychiatrie (IFD) darüber, wie es Firmen gelingen kann, den Einstieg in die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu finden.
Nach einer Vorstellung der verschiedenen Aufgabenbereiche des IFD versuchen die Fachkräfte, alle wichtigen Fragen zur Beschäftigung behinderter Arbeitnehmer zu beantworten, etwa die nach besonders gestalteten Arbeitsplätzen oder technischen Hilfen. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Infos gibt es unter Tel. 02631/969890 bei Maren Möller und Stephanie Gottschall.


08.04.2009

Bei schönem Wetter ist die Minigolfanlage ab Ostersonntag wieder geöffnet!

AWO-Gemeindepsychiatrie betreut den Spielbetrieb

Ab Ostersonntag, den 12. April öffnet die Minigolfanlage im Kurpark von Bad Marienberg wieder ihre Bahnen.
Alle Gäste sind eingeladen, auf den 18 Bahnen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ihr Geschick unter Beweis zu stellen.
Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
Kalte und warme Getränke, heisse Würstchen, Eis und Süssigkeiten werden den Gästen zu fairen Preisen angeboten.
Der Spielbetrieb wird von Mitarbeitern des Integrationsbetriebs OptiServ in Zusammenarbeit mit psychisch beeinträchtigten Menschen betreut.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Öffnungszeit: von 14.oo bis 18.oo Uhr (bei Bedarf länger!)
Spielbetrieb für Gruppen ausserhalb der Öffnungszeiten auf Anfrage. Bei nass-kalter Witterung bleibt die Anlage geschlossen.
Benutzungspreise: Kinder bis sechs Jahre frei
sieben bis siebzehn Jahre ein Euro
Erwachsene ab achtzehn Jahre zwei Euro fünfzig

Kontakt: OptiServ Dienstleistungen, Vor der Heeg 1a, 56470 Bad Marienberg Tel.: 02661 / 9808790
oder 0170 9650408


22.04.2009

Sozialpaten sollen Impulse geben

AWO bietet "Hilfe zur Selbsthilfe" Freiwillige für Ehrenamt gesucht.

Probleme oder Krisen im Alltag müssen nicht zwangsläufig in eine gesellschaftliche Sackgasse führen.
Ziel des neuen AWO-Projekts ist es, in der Armutsprävention möglichst früh anzusetzen,damit die Betroffenen möglichst garnicht in eine gesellschaftliche Schieflage geraten.
In diesem Frühjahr beginnt der Aufbau eines Netzwerks. Die AWO hofft auf eine möglichst große Zahl von Freiwilligen, die sich ehrenamtlich für ihre Mitbürger im Westerwald einsetzen möchten. Wenn das Projekt von beiden Seiten gut angenommen wird, soll es auf weitere Landkreise ausgeweitet werden. Erhard Hauptmann, Einrichtungsleiter in Bad Marienberg, ist von der Idee überzeugt: "Wir gehen davon aus, dass das Projekt einen guten Anklang finden wird, wenn erst einmal Erfolge vorzuweisen sind."
Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Gedacht ist, dass die Sozialpaten ihren Klienten (nicht nur Menschen mit psychischen Erkrankungen)jeweils für einen begrenzten Zeitraum unter die Arme greifen. Diese Hilfestellungen sind, so Frank Kröller, in erster Linie ganz lebenspraktische Dinge. Denn daran, so haben der AWO-Geschäftsführer und sein Team festgestellt, krankt es in vielen Fällen. Sozialpaten könnten etwa Tipps geben, wie man ein Haushaltsbuch führt, wie man zugleich gesund und günstig kocht. Darüber hinaus können die Ehrenamtler bei der Kommunikation mit Behörden unterstützen.
Kröller:"Wichtig ist, dass es keine Dauereinrichtung wird. Oft genügen schon Impulse, um motiviert aus der Lethargie herauszukommen."
Die AWO bietet den Freiwilligen weine professionelle Einführung und Begleitung an. In ersten Gesprächen wird geklärt, wo besondere Fähigkeiten der Paten liegen und wieviel Zeit sie mitbringen.
Danach wird eine Familie mit Unterstützungsbedarf zugeteilt. Später kommen die Sozialpaten zu regelmäßigen Treffen zusammen. Unter Anleitung sollen dann Erfahrungen ausgetauscht, Hemmnisse benannt und Erfolge aufgezeigt werden. "Wichtig ist eine klare Zielvorgabe", unterstreicht Frank Kröller, "das ist zum einen ein Schutz für den Ehrenamtler und zum anderen eine deutliche Orientierung für den Klienten." Die Freiwilligen können zudem unproblematisch auf das Fachwissen und die Erfahrungen des AWO-Personals zurückgreifen, etwa wenn es um das persönliche Budget geht.
Im Übrigen, so Hauptmann, liege dem Projekt der Netzwerkgedanke zugrunde.
Die AWO ist offen für die Zusammenarbeit mit anderen Trägern, etwa der ArGe oder der Schuldnerberatung:"Wir sehen uns nicht als Konkurrenz!"
Bei positivem Verlauf will die AWO Gemeindepsychiatrie eine hauptamtliche Kraft zur Schulung und Begleitung der Sozialpaten einstellen, Gespräche mit dem Land laufen bereits.


25.03.09

Irland war ganz nah

Stimmungsvoller Abend im Café Vogelhaus

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Westerwälder Zeitung:
Montabaur.

Ein Irish-Folk-Abend zum St.Patricks-Day ist im Café Vogelhaus in Montabaur auf tolle Resonanz gestoßen. Der St.Patrick's-Day ist der Gedenktag zu Ehren des irischen Nationalheiligen.
Zur Feier im Cafe Vogelhaus gastierte die aus Hessen stammende Gruppe Three alive 'o, die mit irischer Folklore den Zuhörern einen unvergesslichen Abend bereitete.
Three alive'o, das sind Sabine Maier-Ude, Christoph Weis und Michael Stähler. Sie spielen seit drei Jahren zusammen und sind bereit über die Grenzen des Westerwalds hinaus bekannt und aus der Folk-Szene nicht mehr wegzudenken.
Großer Andrang herrschte im Vogelhaus. Zusätzliche Stühle mussten besorgt werden, um allen Zuhörern einen Sitzplatz anbieten zu können. Als die Gruppe, die ausschließlich auf akustischen Instrumenten spielt, mit etwas Verspätung beginnen konnte, waren alle Plätze im Cafe besetzt. Damit die Atmosphäre noch etwas mehr an Irland und seine Pubs erinnerte, durften natürlich das traditionelle Guiness und Kilkenny-Bier nicht fehlen.
Three alive'o begannen mit stimmungsvollen Songs und gefühlvollen Balladen. Zu ihrem Repertoire gehören aber auch Jigs und Reels, ursprünglich und traditionell einfach vorgetragener Irish Folk mit fetzigem Sound; ein Hauch von Irland zog durch das Café Vogelhaus.


03.03.2009

Großzügige Spende für Stiftung Geisberg

WZ: Gutes in der Region zu leisten, sah Gundi Halfmann, Geschäftsführerin der IP Noel gGmbH aus Daaden, wohl stets als Selbstverständlichkeit an.
Aus der Weihnachtsaktion der sich auflösenden Firma verblieben 3500 Euro, die in diesen Tagen an gemeinnützige Stiftungen weitergeleitet wurden.
Über je 1000 Euro freuten sich eine Förderschule in Siegen und eine Jugendeinrichtung in Idstein.
1700 Euro gingen an die Stiftung Geisberg in Bad Marienberg.
Sie unterstützt viele Projekte für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Gefördert werden etwa Freizeitangebote, sportliche Aktivitäten, aber auch die Anschaffung von Computere-Hardware.
So erhielten die Teilnehmer einer Bildungsmaßnahme einen neuen Laptop.
In Einzelfallhilfen unterstützte die Stiftung Geisberg unter anderem die Anschaffung einer Brille, orthopädischer Schuhe oder einer Waschmaschine. Frank Kröller, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Geisberg, bedankte sich herzlich für die Spende, die einem guten Zweck zugeführt werde.


18.02.2009

Daheim statt im Heim

Persönliches Budget ermöglicht betreutes Wohnen

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Westerwald Post: Das persönliche Budget steht Menschen zur Verfügung, die behindert sind, von Behinderung bedroht sind oder die aufgrund von chronischen Erkrankungen Hilfe zur Integration benötigen. Seit dem 01. Januar 2008 besteht in Deutschland ein Rechtsanspruch auf das persönliche Budget.
Vorreiter ist Rheinland-Pfalz, wo das Modell bereits seit zehn Jahren erfolgreich praktiziert wird.
Ausdrücklich vorgesehen ist das persönliche Budget im Übergang vom Heim ins betreute Wohnen.

Auch Eltern behinderter Kinder können das persönliche Budget beantragen, etwa für Betreuung in der Ferienzeit oder zur Einzelfallhilfe. Das Budget ist kombinierbar. Während die klassische Sachleistung etwa die Kosten einer WfBM-Beschäftigung deckt, kann zusätzlich über das Budget die Betreuung in der eigenen Wohnung finanziert werden.

André S. ist psychisch krank. Durch das persönliche Budget kann er in eigenen vier Wänden leben.
Mit seiner Betreuerin Christel Harwardt von der AWO verbindet den Verkäufer im Einzelhandel ein dankbares Vertrauensverhältnis.
Harwardt besucht ihn regelmäßig, unterstützt nicht nur mit Ratschlägen zur Haushaltsführung. Sie bespricht auch Zukunftspläne mit ihm und gibt Tipps in allen Lebenslagen.
André S. freut sich über die gute Zusammenarbeit: "Wer weiß, wie ich ohne persönliches Budget heute dran wäre."



02.02.2009

Höhr bekommt bald einen Stadtladen

AWO Gemeindepsychiatrie wird Lebensmittelgeschäft im ehemaligen Nahkauf-Gebäude eröffnen

WZ: Gute Nachricht für den Stadtteil Höhr: nach mehr als einem Jahr Leerstand haben die Bürger endlich wieder die Möglichkeit, wohnortnah einzukaufen.Ihre Pläne stellten AWO Geschäftsführer Frank Kröller und der für die Dorf- und Stadtläden zuständige Otmar Schneider der neuen Quartiersmanagerin Stefanie Rauh, Bürgermeister Johannsen und Büroleiter Becker vor.
"Dies wird der elfte und mit dreihundertsechzig Quadratmetern größte Laden seit 1996", erläuterte Kröller.
Nur der vordere Teil der Geschäftsräume wird übernommen; für den Rest sucht der Eigentümer einen weiteren Mieter.
Größer und um einige Bistrotische erweitert wird die vorhandene Filiale der Bäckerei Lohner.
Um keine Konkurrenz aufzubauen, wird der Stadtladen keine Brot- und Backwaren anbieten.
"Ansonsten wird es alles geben, was im Lebensmitteleinzelhandel üblich ist. Wir setzen auf Frische und legen den Schwerpunkt auf Obst, Gemüse und Molkereiwaren", so Schneider.
Vor Eröffnung sorgen Umbaumaßnahmen für ein helles und freundliches Ambiente.
Vier Vollzeitstellen werden geschaffen, drei davon für Schwerbehinderte. Es wird auch Aushilfen mit Beeinträchtigungen geben.
Frank Kröller betont:"Unser vorrangiges Ziel ist es nicht, Butter zu verkaufen, sondern schwerbehinderten Menschen einen Arbeitsplatz zu schaffen. Das sind vollwertige Stellen am ersten Arbeitsmarkt und oft die einzige Alternative zur Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen."
Schneider und Kröller sind sicher, dass sich der Stadtladen tragen wird: "Wir versprechen uns einen regen Umsatz, sonst würden wir das nicht machen!"
Die Zuversicht teilen auch Bürgermeister und Quartiersmanagerin: "Es gibt eine hohe Nachfrage vor allem bei älteren und behinderten Mitbürgern; für sie ist der Laden ein Glück!"
Es wird einen Lieferservice geben. Das Geschäft wird von sechs bis achtzehn Uhr öffnen; samstags von sechs bis zwölf. Der Bäcker bietet seine Brötchen auch Sonntags an, von acht bis elf Uhr."


20.01.2008

Siegener Zeitung: Der mündige Kunde

KREIS ALTENKIRCHEN

Persönliches Budget soll die Position behinderter Menschen stärken
Die AWO zieht nach zwei Jahren im Modellprojekt Bilanz:
17 Betroffene haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Vom Leistungsempfänger zum mündigen Kunden: Diesen Rollenwechsel verspricht das Konzept des persönlichen Budgets behinderten Menschen. Wer psychisch, körperlich oder geistig behindert ist, soll nicht nur Anspruch auf Unterstützung haben, sondern diese frei wählen können. Und dafür soll ihm monatlich Geld zur Verfügung gestellt werden, mit dem er auf dem Markt der sozialen Dienstleistungen einkaufen kann. Pädagogische Betreuung von der AWO, Pflege von der Sozialstation und ein Fahrdienst zum Einkaufen von einem Nachbarn, der dafür entlohnt wird: So könnte beispielsweise ein Hilfepaket aussehen, das sich ein Betroffener selbst zusammengestellt hat. Seit zwei Jahren arbeitet auch die AWO-Gemeindepsychiatrie mit Sitz in Bad Marienberg mit dem persönlichen Budget – Zeit für eine erste Zwischenbilanz.
Im SZ-Gespräch haben dazu die Diplom-Sozialpädagogin Inka Kempf und Einrichtungsleister Erhard Hauptmann Stellung bezogen. 17 Menschen mit einer psychischen Erkrankung, davon einige auch im Kreis Altenkirchen, nehmen derzeit das Angebot der AWO in Anspruch. Und nach Einschätzung von Kempf und Hauptmann haben diese 17 Menschen bereits deutlich vom persönlichen Budget profitiert. Ihnen ist der Absprung in eine weitaus selbstständigere Welt geglückt, indem sie die AWO-Wohnstätte oder die Außenwohnstellen verlassen und einen neuen Anfang in einer eigenen Wohnung gewagt haben.
Menschen, die vorher institutionalisiert betreut worden sind, stehen jetzt auf eigenen Füßen – wohlgemerkt mit sozialpädagogischer Unterstützung, die mit dem Geld aus dem persönlichen Budget finanziert wird.
Dass sich die 17 Kunden beim Auszug aus dem AWO-Wohnheim dafür entschieden haben, auch weiter die Leistungen der AWO in Anspruch zu nehmen und keinen neuen Anbieter auszuprobieren, liegt für Kempf auf der Hand: „Es sind ja über Jahre hinweg enge Kontakte entstanden“, sagt die Sozialpädagogin. Gerade diese tragfähigen Beziehungen verhindern nach Einschätzung von Kempf auch ein „Dienstleister-Hopping“: „Es ist ja nicht leicht für einen Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung, jemand Neues in die eigene Wohnung, in die eigene Privatsphäre und das eigene Leben zu lassen.“
Deshalb sieht sich die Sozialpädagogin durch die neue Mündigkeit der Klienten nicht unter Konkurrenzdruck gesetzt: „Ich habe zwar bei Konflikten schon ein, zwei Mal gehört ,Dann suche ich mir eben einen anderen Betreuer’, aber dass mal eben aus einer Laune heraus der Betreuer gewechselt wird, ist sicher nicht der Normalfall.“
Also arbeitet die Sozialpädagogin weiter wie bisher – wenn es die Umstände erfordern, kann sie also auch unbequem sein. Denn sicher wäre es für ihre Kunden angenehmer, wenn Kempf eine Putzfrau organisieren würde statt einen Putzplan aufzustellen – aber pädagogisch hilfreich wäre dieser Schritt kaum.
Erhard Hauptmann sieht in der Tatsache, dass die 17 Menschen beim Auszug aus der AWO-Wohnstätte dem Sozialverband treu blieben, eine Bestätigung für die gute Arbeit. Er betont zugleich, dass das persönliche Budget aber nicht nur Menschen in Anspruch nehmen können, die vormals in einer stationären Einrichtung waren. Das persönliche Budget steht allen Menschen mit Behinderung zur Verfügung.
Auch wer schon lange in seiner eigenen Wohnung lebt, aber aufgrund einer Behinderung kaum alleine klar kommt, kann also ein klassischer Nutzer des neuen Instruments sein. Bloß: „Viele wissen gar nicht, dass es das persönliche Budget gibt“, sagt Hauptmann.
Insbesondere bei Menschen mit psychischen Erkrankungen gebe es eine hohe Dunkelziffer: „Oft fallen die Probleme erst dann auf, wenn es eskaliert. Wenn die Wohnung völlig verwahrlost ist und die betroffene Person plötzlich vor einer Zwangseinweisung steht.“ Um das zu verhindern, sei das persönliche Budget ein sinnvolles Instrument: Es helfe, individuell nötige Leistungen in Anspruch nehmen zu können, ohne dass direkt drastische Schritte wie der Umzug in ein Wohnheim nötig werden.
Am Anfang steht ein Antrag: „Es reicht ein formloses Schreiben an die Kreisverwaltung“, sagt Hauptmann. Danach wird geprüft, ob der Antragsteller berechtigt ist – und wenn ja, in welchem Umfang. Dazu wird ein individueller Hilfeplan aufgestellt; anschließend wird bemessen, wie viele Stunden Unterstützung nötig sind, und entsprechend Geld zur Verfügung gestellt. Bei den Fällen, mit denen die AWO derzeit zu tun hat, liegt der Betrag zwischen 200 und 750 Euro pro Monat. Keiner der 17 rechnet allerdings direkt mit der AWO ab: „Alle haben eine Abtretungserklärung unterschrieben“, sagt Hauptmann. Das bedeutet, dass das Geld, das eigentlich dem Betreuten zusteht, an die Kreisverwaltung geht und dort mit der AWO als Dienstleister abgerechnet werden kann. Also adressiert die AWO ihre Rechnung an das Altenkirchener Kreishaus –dem behinderten Menschen flattert keine Rechnung ins Haus.
Neben dem neuen Selbstverständnis des Kunden verfolgt der Gesetzgeber natürlich eine weitere Zielsetzung: Mittelfristig soll mit dem persönlichen Budget Geld eingespart werden. Das Budget soll Menschen eine Alternative zum Leben in einer stationären Einrichtung bieten; und klar ist, dass jedes Stückchen Selbstständigkeit hilft, Kosten zu sparen – denn der Betreuungsaufwand wird immer geringer.
Wer mehr über das persönliche Budget wissen will, kann sich an die AWO in Bad Marienberg wenden: Telefon (0 26 61) 98 36 05.

16.01.2009

RZ: Integrationsfachdienst ist umgezogen

Neues Angebot der AWO begleitet behinderte Schüler bei ihrem Start ins Berufsleben

Der Integrationsfachdienst (IFD) der AWO Gemeindepsychiatrie hat zum Jahresbeginn seine Arbeit in neuen Räumlichkeiten an der Allensteiner Straße 61 b aufgenommen.
Das Angebot des IFD besteht bereits seit mehr als zehn Jahren.
Es richtet sich an Menschen, die wegen einer körperlichen Behinderung oder psychischen Erkrankung Schwierigkeiten haben, ihren Arbeitsplatz zu behalten oder überhaupt erst einen zu finden. Neben der Vermittlung in geeignete Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisse bildet der berufsbegleitende Dienst (BBD) einen weiteren Schwerpunkt des Integrationsfachdienstes. Hier werden schwerbehinderte oder gleichgestellte Menschen während ihrer beruflichen Tätigkeit begleitet, betzreut und unterstützt. Die zwei Mitarbeiterinnen stehen sowohl den Arbeitnehmern als auch den Arbeitgebern bei anstehenden Fragen zur Verfügung.
Im Jahr 2008 gab es mehr als achtzig persönliche Betreuungen und Beratungen pro Monat für Menschen aus der Region Neuwied.
In den meisten Fällen konnte das Beschäftigungsverhältnis erhalten und gesichert werden.
Seit dem 01. Januar werden auch schwerbehinderte und behinderte Schüler beim Übergang von der Schule ins Berufsleben begleitet und unterstützt.
Ziel ist es, insbesondere Schülern aus Förder- und Schwerpunktschulen die Möglichkeit zu geben, ihre Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt rechtzeitig wahrzunehmen.
Für die Ratsuchenden entstehen keine Kosten , da der Integrationsfachdienst über das Integrationsamt, die Bundesagentur für Arbeit sowie die zuständigen Rentenversicherungsträger finanziert wird.


12.12.2008

RLZ. Das Laufen ist ihr großes Hobby

Barbara Stahlhofen zehn Jahre AWO Bad Ems

Seit zehn Jahren arbeitet Barbara Stahlhofen als Hauswirtschaftsleiterin im GPZ der AWO Bad Ems - als einzige von Anfang an dabei mit viel Liebe und Engagement.
In ihrer Freizeit hat sich die Mutter zweier erwachsener Kinder ganz dem Sport verschrieben. Seit vielen Jahren ist die 48-jährige Bad Emserin Mitglied im Running Team. Das Laufen, ihr großes Hobby, teilt sie mit ihrem Mann Michael, der dem Verein ebenfalls angehört.
Ausserdem besucht sie den Yoga-Kurs, den die Volkshochschule Bad Ems anbietet. "Sport und Yoga sind der perfekte Ausgleich zu meiner Arbeit, denn dabei kann ich mich so richtig entspannen." Reisen ist ein weiteres Hobby:"Portugal und Griechenland haben mir besonders gut gefallen", berichtet sie.


12.12.2008

Fachvortrag im GPZ Rhein-Lahn

Robert Frietsch spricht über Hilfe zur Selbsthilfe

RLZ Zu ihrem zehnten Geburtstag in der Kurstadt hatte die Arbeiterwohlfahrt einen Fachvortrag für Kollegen, Betroffene und ihre Angehörigen organisiert. Robert Frietsch von der Fachhochschule Koblenz referierte über "Empowerment in der gemeindepsychiatrischen Arbeit". Frank Kröller, Geschäftsführer der AWO Gemeindepsychiatrie blickte auf die Anfänge der Einrichtung zurück:"Ich bin froh, dass wir mitten in der Stadt ein Angebot schaffen konnten".
Heute wirken hier fünfzehn Mitarbeiter in einem multiprofessionellen Team. Sechzig Menschen werden hier in teilstationären und ambulanten Angeboten betreut.
Die psychisch beeinträchtigten Menschen haben in der Römerstraße 40 die Möglichkeit, einfache Arbeiten zu verrichten. Zudem betreibt das GPZ einen Dorfladenm in Dausenau. Der einrichtungseigene Betrieb "OptiServ" bietet Dienstleistungen aller Art an.
Zu den weiteren Aktivitäten gehört ein offener Treff, der auch Unternehmungen wie die Fahrt zum Koblenzer Weihnachtsmarkt (17. Dezember) oder eine Schneewanderung (14. Januar)organisiert. Derzeit ist im GPZ eine Kunstausstellung ("Schatten über der Seele") zu sehen. Die Bilder wurden von psychisch erkrankten Menschen gemalt und waren vorher bereits in der Kirche in Eppenrod zu sehen.


1.12.2008

Beeinträchtigte dürfen gewünschte Hilfe auswählen

AWO stellt Betreuer fürs persönliche Budget

Eichenstruth
Die AWO Gemeindepsychiatrie in Bad Marienberg stellt auch Betreuer für das persönliche Budget.
Rene Ledwon, Arlette Theis-Hain, Christel Harwardt und Gerlinde Kaiser-Schäfer als Vertretung kämpfen mit den beeinträchtigten Menschen um mehr Selbständigkeit.
Um das persönliche Budget zu werhalten, kann ein Antrag gestellt werden bei der Pflege- bzw. Krankenkasse, der Rentenversicherung, dem Jugend-, Sozial- oder Intewgrationsamt oder der Agentur für Arbeit.
Einen Antrag kann jeder behinderte Mensch stellen, unabhängig vom Grad der Behinderung. Auch Eltern können den Antrag für ihre behinderten Kinder stellen.
Durch das persönliche Budget erhalten die Menschen wesentlich mehr Selbständigkeit:
"Ich wohne in meiner eigenen Wohnung. Er zeigt mir, wie ich System in meinen Alltag bringe beim Waschen, Kochen und Einkaufen. Er hilft mir auch bei Behördengängen und Schriftverkehr.Weil ich nicht so stabil bin, gibt mir das viel Sicherheit." Wichtig ist das Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Betreuer."Ich versuche, den Betroffenen in allen Lebenslagen zu helfen, einfach zuzuhören, Kontakte herzustellen etc."
Niemand muss das Budget beantragen, das kann jeder selbst entscheiden. Infos gibt es bei der AWO Gemeindepsychiatrie unter der 02661/983605


27.11.2008

WZ berichtet: Die Booze Brothers ließen in Firmenhalle mächtig Dampf ab

Reihe "Kunst in der Fabrik" in Eichenstruth ging rockig in die Winterpause

Die im Mai gestartete Reihe "Kunst in der Fabrik" der AWO Gemeindepsychiatrie Bad Marienberg ging mit einem absoluten Höhepunkt zu Ende. "The fabulous Booze Brothers" lieferten rund 130 Zuhörern in den Hallen der Dienstleistungsfirma OptiServ in Eichenstruth ein unvergessliches Konzerterlebnis.
Mit der Jazz-Sängerin Shama Abbas war im Frühjahr der Stein ins Rollen gebracht worden.
Ende August zog der italienische Barde Santino de Bartolo neue Fans nach Eichenstruth. Kunst im Fabrikambiente, zwischen Paletten und Kartons - ein Konzept, das für die AWO Gemeindepsychiatrie voll aufgegangen ist. Bevor die Veranstaltungsreihe im nächsten Jahr fortgesetzt wird, läuteten die "Booze Brothers" lautstark die Winterpause ein. Zweieinhalb Stunden feinster Rhythm'n Blues und Rock'n Roll, Stimmung pur, Begeistertes Mitgehen und beeindruckende Textsicherheit beim Publikum.Die Reihe wird, möglicherweise Open Air, 2009 fortgesetzt. Auch Kabarett, Comedy oder Videokunst sind denkbar, so Otmar Schneider, Einrichtungsleiter der Dorfladenkette.


27.11.2008

Spenden für soziale Arbeit

Kreissparkasse Westerwald unterstützt Vereine und Institutionen mit 79000 Euro

Westerwaldkreis
Gutes in der Region zu leisten, das sieht die Kreissparkasse als Teil ihres Selbstverständnisses. Neben der Stiftung geschieht dies nicht zuletzt über direkte Geldspenden.
Unter den 26 Empfängern befindet sich auch die Stiftung Geisberg in Bad Marienberg.
Gerade in der Krise beweise die KSK in bewährter Weise ihr soziales Engagement, so der Vorstandsvorsitzende Frank Sander.Er dankte den vielen Ehrenamtlern in verschiedensten Initiativen - dies zeuge von der Lebendigkeit der Region.


19.11.2008

WZ Montabaur:Kabarett gastierte im Cafe Vogelhaus

Viel zu lachen gab es im Cafe Vogelhaus in Montabaur.
Die zwei Frauen des Bonner Frauen-Kabaretts "Die Weberinnen"
verstanden es, das Publikum mit Witz, Charme und spöttischer Manier zu begeistern. Gabi Weber-Körner alias Frau Kokoschinski und Sibylle Clement als die biedere Frau Schäuble überzeugten in ihrem neuesten Programm "Fit für den Arbeitsmarkt". Unverschuldet in Hartz IV gelandet, versuchen beide mit eigenen Ideen, auf den Arbeitsmarkt zurückzukommen.
Ergänzt wurden die Vorträge durch humoristische, aber auch kritische Liedvorträge. Im zweiten Teil des Abends erreichte die Stimmung bei Frau Kokoschinskis Freizeitbeschäftigung, dem morgendlichen Treffen in der Arztpraxis, ihren Höhepunkt.


September 2008

Psychisch Kranke zeigen ihre Werke

Ausstellung in der evangelischen Kirche Eppenrod

Das gemeindepsychiatrische Zentrum der Arbeiterwohlfahrt in Bad Ems und die evangelische Kirchengemeinde in Eppenrod bieten eine aussergewöhnliche Kunstausstellung mit dem Titel "Schatten über der Seele".
In den Bildern haben die Künstler ihre tragischen Erlebnisse dargestellt. Der Werkprozess ist Teil ihrer Therapie, die Ergebnisse eine wichtige Mitteilung an ihre Mitmenschen, um den seelischen Schmerz nachfühlbar zu machen.
Mit der Galerie will Pfarrerin Irene Mühlenbeck den psychisch Erkrankten einen Platz in der Gemeinde geben, statt sie auszugrenzen und zu isolieren.
Die Künstler bedanken sich für die Möglichkeit, im Kirchenraum ausstellen zu können.

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