Handicaps fordern Ideen heraus, das betriebliche und soziale Umfeld am Arbeitsplatz den individuellen Möglichkeiten des Mitarbeiters anzupassen. Eine Herausforderung des Integrationsbetriebes ist also seine Rücksicht auf behinderungsbedingte Einschränkungen von Menschen. Eine weitere Herausforderung: Es gilt, als marktfähiges Unternehmen konkurrenzfähig zu bleiben. Der doppelte Anspruch prägt "soziale Unternehmen", in denen Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen arbeiten - mit Arbeitsvertrag und unter Marktbedingungen. Weil bei der Abwägung zwischen Qualität und Kosten die pädagogische Verantwortung eben nicht auf der Strecke bleibt, haben psychisch kranke Menschen in unserem Dorfladen-Projekt eine echte Chance: sie stabilisieren sich in kurzer Zeit, werden selbstbewußter, entscheidungsfreudiger und teamfähiger. Bei OptiServ, in den Dorfläden und Cafés erhalten Sie Basiswissen und Fertigkeiten, die sie durchaus qualifizieren für das Wagnis "Erster Arbeitsmarkt". Integrationsbetriebe könnten ins Hintertreffen geraten gegenüber Unternehmen, die nur noch ihre besten Mitarbeiter halten. Dauerhafte Ausgleichszahlungen des Integrationsamts neutralisieren diesen Nachteil. So entsteht Wettbewerbsgleichheit zwischen Betrieben, die Menschen mit Handicaps beschäftigen und solchen, die nur die Ausgleichsabgabe zahlen. Wer hindert sie daran, es auch zu versuchen? |